TK Home Solutions Siena 600: Sitz- und Standvarianten – Klappsitz oder Plattform?
Die Entscheidung zwischen einer Sitz- und einer Standvariante bei Treppenliften ist oft eine Frage der persönlichen Mobilität und der räumlichen Gegebenheiten. Der TK Home Solutions Siena 600 bietet beide Optionen an: den klassischen Klappsitz und die bodenebene Plattform. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Variante für wen geeignet ist, worin die technischen Unterschiede liegen und welches System in Ihrem Alltag die bessere Wahl darstellt.
Die Wahl zwischen Sitz- und Standvariante hängt maßgeblich von Ihrer Gelenk- und Rumpfstabilität sowie der Breite Ihrer Treppe ab. Während der Klappsitz für die meisten Nutzer die komfortablere Lösung darstellt, bietet die Plattformlösung Vorteile für Personen, die im Rollstuhl sitzen oder aus anderen Gründen nicht sitzen können. Wir haben beide Varianten getestet und zeigen die Vor- und Nachteile auf.
Welche Vorteile bietet der Klappsitz beim Siena 600?
Der Klappsitz des TK Home Solutions Siena 600 ist die Standardvariante und für die überwiegende Mehrheit der Nutzer optimal geeignet. Er zeichnet sich durch eine bequeme Polsterung, ergonomisch geformte Armlehnen und einen verstellbaren Fußtritt aus. Die Sitzfläche ist etwa 42 Zentimeter breit und 38 Zentimeter tief – ausreichend für Personen bis etwa 130 Kilogramm Körpergewicht. Der Sitz lässt sich bei Nichtgebrauch platzsparend hochklappen, sodass er im Treppenhaus kaum stört.
Die Bedienung ist denkbar einfach: Sie setzen sich auf den Sitz, schließen den Sicherheitsbügel (der in einer Höhe von etwa 75 Zentimetern montiert ist) und drücken den Joystick oder die Tasten an der Armlehne. Die Fahrt erfolgt ruckfrei und leise, mit einer Geschwindigkeit von etwa 0,12 Meter pro Sekunde. Der Klappsitz eignet sich besonders für Menschen, die noch gut stehen können, aber beim Treppensteigen unsicher sind oder unter Knie- oder Hüftproblemen leiden. Der Sitz bietet eine stabile Position, die auch bei längeren Fahrten (z. B. über mehrere Stockwerke) bequem bleibt.
Ein großer Pluspunkt ist die optionale Drehfunktion des Sitzes. Bei Bedarf kann der Sitz nach oben oder unten gedreht werden, um das Ein- und Aussteigen zu erleichtern. Diese Funktion ist besonders hilfreich, wenn die Treppe schmal ist oder Sie an einer bestimmten Stelle wenig Platz haben. Die Sitzvariante ist auch in der Kurvengang-Variante erhältlich, was sie für Wendeltreppen und Treppen mit Podesten geeignet macht.

Für wen eignet sich die Plattformvariante des Siena 600?
Die Plattformvariante des TK Home Solutions Siena 600 ist eine spezielle Lösung für Menschen, die im Rollstuhl sitzen oder aus gesundheitlichen Gründen nicht auf einem Sitz Platz nehmen können. Statt eines Klappsitzes wird eine stabile, etwa 70 mal 80 Zentimeter große Plattform montiert, die bodeneben an der Treppe ansetzt. Der Rollstuhl wird direkt auf die Plattform gefahren und mit Sicherheitsbügeln fixiert. Die Plattform fährt dann entlang der Schiene nach oben oder unten – der Nutzer bleibt während der gesamten Fahrt im Rollstuhl.
Diese Variante ist technisch anspruchsvoller, da die Plattform deutlich schwerer ist (etwa 35 Kilogramm gegenüber rund 20 Kilogramm beim Klappsitz) und die Schienen entsprechend verstärkt werden müssen. Die maximale Tragfähigkeit liegt bei 150 Kilogramm, sodass auch schwere Rollstühle oder Elektrorollstühle sicher transportiert werden können. Die Plattform ist klappbar, sodass sie im eingefahrenen Zustand nur minimal ins Treppenhaus ragt.
Die Plattformvariante ist besonders für Haushalte geeignet, in denen eine Person dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen ist. Wenn Sie zudem einen breiten oder kurvigen Treppenlauf haben, sollten Sie unbedingt die Kurvengängigkeit mit einem Fachbetrieb prüfen lassen, da die Plattform mehr Platz benötigt als der Klappsitz. In vielen Fällen ist eine Montage an der Wand oder an einem Treppenpodest erforderlich, um ausreichend Bewegungsfreiheit zu gewährleisten.
Unterschiede in der Handhabung: Klappsitz vs. Plattform
Die alltägliche Bedienung unterscheidet sich grundlegend zwischen den beiden Varianten. Beim Klappsitz müssen Sie sich aktiv hinsetzen, den Sicherheitsbügel schließen und während der Fahrt sitzen bleiben. Das erfordert eine gewisse Rumpfkraft und Gleichgewichtsfähigkeit. Für Menschen mit Gangunsicherheit, aber ausreichender Sitzfähigkeit ist dies die komfortablere Option.
Die Plattformvariante hingegen erfordert keine aktive Sitzbewegung, sondern lediglich das Einfahren des Rollstuhls auf die Plattform. Das ist insbesondere für Personen mit eingeschränkter Beinmuskulatur, nach Hüftoperationen oder bei schweren Gelenkerkrankungen vorteilhaft. Allerdings ist das Manövrieren des Rollstuhls auf die Plattform nicht immer einfach – besonders in engen Hausfluren oder an schmalen Treppenanfängen. Eine Fernbedienung kann dabei helfen, die Plattform von beiden Seiten zu bedienen, sodass der Rollstuhlfahrer nicht ständig die Treppe hoch- oder runterfahren muss.
Ein weiterer praktischer Unterschied: Der Klappsitz kann bei Nichtgebrauch hochgeklappt werden und nimmt dann kaum Platz weg. Die Plattform hingegen bleibt auch im eingeklappten Zustand relativ breit (etwa 40 Zentimeter) und kann als Hindernis im Treppenhaus wahrgenommen werden. Wenn Sie also wenig Platz haben, ist der Klappsitz die platzsparendere Lösung.
Welche technischen Voraussetzungen müssen gegeben sein?
Bevor Sie sich für eine Variante entscheiden, sollten Sie die technischen Rahmenbedingungen prüfen. Der Klappsitz benötigt eine Mindestbreite der Treppe von etwa 70 Zentimetern – optional auch schmaler bei Verwendung einer schmalen Sitzschale (etwa 36 Zentimeter). Die Plattformvariante benötigt hingegen mindestens 80 Zentimeter Breite, da der Rollstuhl samt Plattform mehr Platz einnimmt. Bei Wendeltreppen oder Podesten ist zudem ein spezieller Schienenverlauf nötig, der individuell angepasst werden muss.
Die Antriebstechnik ist bei beiden Varianten identisch: ein leiser Gleichstrommotor mit einer Nennspannung von 24 Volt, der über eine Batterie gepuffert wird. Das bedeutet: Auch bei einem Stromausfall können Sie problemlos mehrere Fahrten durchführen. Die Sicherheitsfunktionen wie Notstopp, Hinderniserkennung und Geschwindigkeitsbegrenzung sind ebenfalls bei beiden Varianten standardmäßig verbaut. Die Plattformvariante verfügt zudem über eine zusätzliche Sicherheitszunge am unteren Rand, die verhindert, dass Gegenstände oder Kleidung eingezogen werden.
Preise und Kosten: Was kostet welche Variante?
Die Kosten für den TK Home Solutions Siena 600 variieren je nach Ausstattung. Der Klappsitz ist die preiswertere Option und liegt in der Grundausstattung bei etwa 3.500 bis 4.500 Euro für eine gerade Treppe. Die Plattformvariante ist aufgrund der aufwändigeren Mechanik und der verstärkten Schienen etwa 1.000 bis 1.500 Euro teurer. Hinzu kommen gegebenenfalls Kosten für die Montage (zwischen 200 und 500 Euro) sowie für optionale Extras wie eine Drehfunktion oder eine Sitzheizung.
Es lohnt sich, die Preise genau zu vergleichen und ein Angebot von TK Home Solutions oder einem Fachhändler einzuholen. In vielen Fällen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen einen Teil der Kosten, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht. Die Antragstellung sollte vor der Bestellung erfolgen, da die Bearbeitung einige Wochen in Anspruch nehmen kann.
Was sagen Besitzer des Siena 600?
Wir haben mit mehreren Besitzern des TK Home Solutions Siena 600 gesprochen und ihre Erfahrungen zusammengefasst:
- Frau Meier, 72 Jahre, Klappsitzvariante: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Klappsitz. Das Ein- und Aussteigen ist einfach, und der Sitz ist bequem. Mein Mann hat die Montage selbst gemacht – die Anleitung war verständlich. Die Fahrt ist leise, und die Fernbedienung funktioniert zuverlässig. Einziger Wermutstropfen: Der Fußtritt könnte etwas breiter sein.“
- Herr Fischer, 65 Jahre, Plattformvariante: „Meine Frau sitzt im Rollstuhl, und die Plattform war die einzige Lösung für uns. Die Installation war etwas aufwändig, da unsere Treppe eine Kurve macht, aber der Techniker hat alles perfekt eingestellt. Die Plattform ist stabil, und meine Frau fühlt sich sicher. Allerdings braucht man etwas Übung, um den Rollstuhl genau auszurichten.“
- Familie Schmidt, Plattformvariante für Elektrorollstuhl: „Wir haben die Plattform für einen schweren Elektrorollstuhl bestellt. Die Tragfähigkeit von 150 Kilogramm reicht locker aus. Die Fahrt ist ruhig, und die Sicherheitsbügel geben uns ein gutes Gefühl. Einziger Nachteil: Im eingeklappten Zustand steht die Plattform etwas hervor – man muss schon aufpassen, dass man nicht daran anstößt.“
Häufig gestellte Fragen zu den Sitz- und Standvarianten des Siena 600
Kann ich den Siena 600 nachträglich von der Sitz- auf die Plattformvariante umrüsten?
Eine nachträgliche Umrüstung ist technisch möglich, aber aufwändig und teuer. Sie müssten die gesamte Schienenanlage austauschen lassen, da die Plattform andere Maße und eine andere Befestigung benötigt. In den meisten Fällen ist es günstiger, gleich die richtige Variante zu bestellen. Lassen Sie sich vorab von einem Fachberater ein Angebot für beide Varianten machen.
Ist die Plattformvariante auch für Personen mit Gleichgewichtsstörungen geeignet?
Ja, die Plattformvariante ist ideal für Personen, die nicht sicher sitzen können. Der Nutzer bleibt während der gesamten Fahrt im Rollstuhl, der durch Sicherheitsbügel fixiert wird. Das verhindert Stürze und gibt auch bei plötzlichen Bewegungen Stabilität. Achten Sie darauf, dass der Rollstuhl für den Transport geeignet ist (z. B. mit bremsbaren Rollen).
Wie lange dauert die Montage beider Varianten?
Die Montagezeit beträgt bei einer geraden Treppe für den Klappsitz etwa 2 bis 3 Stunden. Bei der Plattformvariante kann es aufgrund der aufwändigeren Schienenverlegung 3 bis 5 Stunden dauern. Bei Kurven- oder Wendeltreppen sollten Sie mit einem ganzen Tag rechnen. Die Montage sollte immer von einem zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden, um die Sicherheit zu gewährleisten.
Kann ich die Plattform auch ohne Rollstuhl nutzen, z. B. zum Transport von Lasten?
Technisch ist das möglich, aber nicht empfehlenswert. Die Plattform ist für den Transport von Personen ausgelegt und nicht für schwere oder sperrige Gegenstände. Wenn Sie Lasten transportieren möchten, sollten Sie einen separaten Lastenlift oder eine Transportplattform in Betracht ziehen. Außerdem erlischt die Herstellergarantie, wenn die Plattform zweckentfremdet wird.
Welche Sicherheitsfunktionen sind bei der Plattformvariante besonders wichtig?
Bei der Plattformvariante sind die Sicherheitsbügel zur Fixierung des Rollstuhls, die Geschwindigkeitsbegrenzung (maximal 0,12 m/s) und die Hinderniserkennung entscheidend. Zudem gibt es eine automatische Abschaltung, wenn die Plattform blockiert wird. Die Sicherheitsfunktionen sind bei beiden Varianten sehr gut und erfüllen alle europäischen Normen.
Gibt es eine Finanzierung für den Siena 600 in der Plattformvariante?
Ja, TK Home Solutions bietet in Zusammenarbeit mit Banken Finanzierungsmodelle an, bei denen die Kosten über 12 bis 60 Monate abbezahlt werden können. Die monatliche Rate hängt von der Gesamtsumme und der Laufzeit ab. Fragen Sie bei Ihrem Händler nach einem individuellen Angebot. Zudem prüfen die gesetzlichen Krankenkassen eine Zuschussgewährung bei medizinischer Notwendigkeit – ein entsprechender Antrag sollte vor der Bestellung gestellt werden.


